Sepsis-Forscher und Betroffene treffen sich zu Kongress in Weimar

Jährlich sterben in Deutschland rund 60.000 Menschen an einer Blutvergiftung. Dennoch ist die Sepsis im Bewusstsein der Öffentlichkeit und auch vieler Ärzte nicht ausreichend präsent. "Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden" - unter diesem Goethe-Motto veranstaltet die Deutsche Sepsis-Gesellschaft e.V. (DSG) in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetz Sepsis (SepNet) den "3rd International Congress Sepsis and Multiorgan Dysfunction" vom 5. bis 8. September 2007 in Weimar.

Gemäß dem Leitspruch wird die DSG, ausgehend von der in Jena gegründeten Betroffenen-Initiative, jetzt mit dem "Deutschen Sepsis Hilfe e.V." die erste bundesweite Sepsis-Selbsthilfevereinigung ins Leben rufen. Die Schirmherrschaft dieser Selbsthilfevereinigung wird der Olympiasieger Hartwig Gauder, der selbst Betroffener ist, übernehmen.

"Entscheidend für das Überleben von Patienten mit einer lebensbedrohlichen Infektion ist eine frühzeitige Diagnose", betont Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender der DSG und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena. Die Entwicklung neuer hochempfindlicher Diagnoseverfahren, die einen frühen Beginn der Sepsisbehandlung ermöglichen, ist das erklärte Ziel eines "Theragnostic-Kompetenzzentrums für Lebensbedrohliche Infektionen", das die Forscher mit finanzieller Unterstützung des BMBF am Universitätsklinikum Jena gründen wollen. "Theragnostic" steht für eine bessere Verknüpfung diagnostischer und therapeutischer Verfahren. Dieses und weitere Themen möchten Ihnen die Wissenschaftler zum Auftakt des Kongresses gern vorstellen.