Professor Frank Brunkhorst erhält Paul-Martini-Preis 2009

Herausragende Leistungen in der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung

Wiesbaden/Jena. Gleich zwei medizinische Leistungen haben in diesem Jahr den Paul-Martini-Preis errungen, der für herausragende Leistungen in der klinisch-thera­peu­tischen Arzneimittelforschung vergeben wird: Prof. Dr. med. Ralf C. Bargou wurde ausgezeichnet für den ersten Beleg, dass ein neuartiger Wirkstoff gegen eine Form von Lymphknotenkrebs wirksam ist. Prof. Dr. med. Frank Martin Brunkhorst und Dr. Christoph Engel erhielten den Preis für den Nachweis, dass zwei Maßnahmen, mit denen Sepsispatienten viele Jahre lang behandelt wurden, unwirksam sind. Die Verleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt. Der Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert.

Paul-Martini-Preis

Prof. Dr. med. Frank Martin Brunkhorst, Universitätsklinikum Jena, und Dr. Christoph Engel, Universität Leipzig, forschen seit Jahren im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kompetenznetzes Sepsis. Die Sepsis - oft auch "Blutvergiftung" genannt - ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Infektionskrankheiten, die viele Organsysteme in Mitleidenschaft zieht. Vieles wurde schon versucht, um die Körperfunktionen von Sepsis-Patienten zu stabilisieren, doch nur wenige Maßnahmen wurden validiert.

In einer Studie konnten Brunkhorst und Engel zeigen, dass zwei lange gebräuchliche Maßnahmen - Infusionen mit Hydroxy­ethylstärke-Lösung und Insulininjektionen in besonders hoher Dosierung - den Sepsispatienten keinen Überlebensvorteil bringen, aber die Rate von Komplikationen steigern. Diese Ergebnisse haben seither weltweit die Behandlung von Sepsispatien­ten verändert. In einer anderen Untersuchung stellten die beiden Mediziner zudem fest, dass die Bedeutung der Sepsis in Deutschland um ein vielfaches unterschätzt worden ist: Mit ca. 60.000 Todesfällen jährlich, so ihr Ergebnis, ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache. Professor Brunkhorst ist jüngst auf die Stiftungsprofessor für Klinische Sepsisforschung berufen worden, die von STIFT Thüringen und der deutschen Sepsisgesellschaft am UKJ eingerichtet wurde. Seine Gruppe arbeitet im Zentrum für Innovationskompetenz "Septomics" mit.

"Die prämierten Arbeiten zeigen, dass klinische Forscher ebenso wertvolle Beiträge zur Medizin leisten können, wenn sie neuen Therapien den Weg ebnen, wie wenn sie bisher nicht abgesicherte therapeutische Maßnahmen auf den Prüfstand stellen", so Jurymitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Peter C. Scriba von der Ludwig-Maximilians-Universität München in seiner Laudatio.