Erste Sepsis-Betroffenen-Initiative in Jena gegründet

Die weltweit erste Betroffenen-Initiative ehemals Sepsiskranker ist zum Jahresende in Jena gegründet worden.

Etwa 50 Betroffene, die eine Sepsis überlebt haben bzw. deren Angehörige, kamen aus ganz Deutschland an das Universitätsklinikum Jena, um mit Unterstützung der hier ansässigen Deutschen Sepsis-Gesellschaft die erste Patientenvereinigung ins Leben zu rufen. "Die als Blutvergiftung bekannte Sepsis ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen und steht mit jährlich 60.000 Todesfällen noch vor den Krebserkrankungen", erinnert Oberarzt Dr. Frank Martin Brunkhorst, Sekretär der Sepsis-Gesellschaft und Oberarzt am Jenaer Uniklinikum. Obwohl auch heute jeder zweite Sepsis-Patient verstirbt, sei die Krankheit nach wie vor eher unbekannt. Entsprechend klagen die Betroffen darüber, dass sie vielfach auf Unwissen und Unverständnis seitens der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Renten- und Versicherungsträger sowie auch vieler nachbehandelnder Ärzte stoßen. Oftmals würde selbst in den Krankenhausberichten die Sepsis als Diagnose nicht auftauchen, was die Schwere der durchlebten Erkrankung verschleiert. Denn die genesenden Sepsis-Patienten, wie die Begründer der Jenaer Initiative, verdanken ihr Überleben massiven intensivmedizinischen Bemühungen. Oftmals liegen hinter ihnen mehrere Wochen im künstlichen Koma auf Intensivstationen, eine Zeit, die trotz der als sehr gut erinnerten Betreuung durch die Intensivmediziner auch für Angehörige oft extrem traumatisierend ist. Die Betroffenen leiden an Spätfolgen wie Muskelschwäche und Nervenschäden, die oft den anschließend weiterbehandelnden Ärzten zu wenig bekannt sind. Hubert Grönert, Sprecher der neugegründeten Initiative und Sepsis-Überlebender, fordert daher einen Dialog zwischen Ärzten, Krankenkassen, Renten- und Versicherungsträgern und Forschern, um den Kampf gegen die Sepsis zu verstärken. Grönert: "Wir haben überlebt" aber jeder zweite Sepsis-Patient schafft es nicht. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, damit nicht weiter tausende Menschen an dieser Krankheit sterben müssen.?